El sistema escolar

El sistema escolar

Das argentinische Schulsystem ist in primaria (Grundschule) und secundaria (weiterführende Schule eingeteilt). Die primaria geht, je nach Provinz, fünf, sechs oder sieben Jahre und die secundaria dann sieben, sechs oder fünf Jahre. Es sind insgesamt immer 12 Schuljahre, wobei es spezielle Technik-Schulen und ähnliches gibt, die ein Jahr länger dauern.

Das Notensystem geht von 0-10, wobei 0 das schlechteste ist, was man erreichen kann. Die Noten werden so berechnet:

  • 10=100%
  • 9=<90%
  • 8=<80%
  • etc

Alles ab 6 ist bestanden. Hat man also in einem Trimester, die Trimester werden einzeln gezählt, einen Durchschnitt, der schlechter ist als 6, muss man die Prüfung wiederholen. Das macht man im November im Unterricht (das argentinische Schuljahr geht von März bis November), kann man im Dezember nachschreiben, genauso wie im März bevor die Schule wieder anfängt. Und selbst dann, kann man in den ersten Schulwochen nochmal die Möglichkeit. Wenn gar nichts funktioniert, wechselt man einfach die Schule und muss das Jahr am Ende trotzdem nicht wiederholen.

In allen argentinischen Schulen sind Uniformen Pflicht, in öffentlichen Schulen meist nur ein T-Shirt mit dem Schullogo, und Hose und Schuhe in vorgegebener Farbe, während das bei Privat-Schulen deutlich strenger gesehen wird. In meiner Schule müssen Jungs mit etwas längeren Haaren sich z. B. einen Zopf machen.

Ein weiterer Unterschied sind die Schulzeiten: Erstens werden alle Klassenstufen aufgeteilt in Unterricht vormittags oder nachmittags. Man geht entweder von 7 Uhr bis 12 Uhr (also ungefähr, das sind nicht die genauen Zeiten, weil’s sich das von Schule zu Schule unterscheidet und auch von der Klassemstufe abhängt bzw der Stundenzahl) oder von 13 Uhr bis 19 Uhr in die Schule. Sportunterricht ist außerhalb dieser Zeit, dann entweder morgens oder nachmittags, zweimal die Woche für eine Stunde.

Anschließend noch ein kleiner Überblick über die Schulfächer: Mathe wird durchgehend unterrichtet, aber auf einem geringerem Niveau als bei uns. Es wird eigentlich immer nur eine Fremdsprache gelernt, meist Englisch aber teilweise auch portugiesisch, italienisch, etc. Der Sprachunterricht in Argentinien lässt sehr zu wünschen übrig, nach 10 Jahren Englisch sprechen die meisten immer noch schlechter, als Deutsche nach 3 Jahren Französisch. (Bei mir wird gerade Simple Present durchgenommen, und die schließen in einem halben Jahr die Schule ab). Wenn man wirklich Englisch lernen will, geht man 2-3mal die Woche zu einem Institut für Englisch. Spanisch, also wie bei uns deutsch, wird ebenfalls unterrichtet, aber nennt sich Sprache und Literatur und ist genau das Gleiche wie in Deutschland. Geografie und Geschichte werden nicht in allen Jahr unterrichtet, viele Sachen sind aber auch schon von Schule zu Schule, geschweige denn Provinz zu Provinz sehr unterschiedlich. Musik oder Kunst gibt es nicht, nur in der Grundschule gibt es Kunst, aber eher im Sinne von Skulpturen herstellen. In den ersten zwei Jahren der weiterführenden Schule gibt es außerdem Physik-Chemie (als ein Fach) und Biologie, ab dem dritten Jahr wird das Profil gewählt. Die Profile die an den meisten Schulen angeboten werden sind: Wirtschaft, Naturwissenschaft und Soziales. Ich habe das Wirtschaftsprofil, das heißt ich habe Recht, Wirtschaft, Buchhaltung, Verwaltung und ähnliche Fächer. Es werden außerdem auch Psychologie, Gebärdensprache, Tanz, Theater, etc unterrichtet, abhängig von Jahrgangsstufe.

Mi primer tatuaje

Mi primer tatuaje

Heute einfach mal mit der Tür ins Haus:

Am 7. April habe ich mir ein Tattoo stechen lassen, begleitet von meinen Freundinnen und ohne das Wissen meiner Eltern (Sorry, nochmal). Weil sowohl Prozess, als auch Motiv, Teil meines Austauschs sind, hier der vollständige Bericht:

Die Idee, mir ein Tattoo stechen zu lassen, gewidmet an meine Zeit in Argentinien und meinen Austausch, hatte ich schon länger, ungefähr einen Monat bevor ich es mir habe stechen lassen, habe ich dann angefangen über das Motiv nachzudenken. Das endültige Motiv ist eine Sonne, für die Flagge von Argentinien, weil mein Austausch die sonnigste Zeit meines Lebens war und weil die Wärme und das Licht der Sonne der Mentalität der Argentinier ähneln, mit elf Strahlen, für elf Monate in Argentinien und sechs gewellten und fünf geraden Strahlen, so dass es sozusagen einen ‘Fehler’ gibt, weil weder mein Austausch, noch Argentinien oder ich ohne Fehler sind. Ich hatte auch über die Sonne von der Flagge nachgedacht, aber das erschien mir einfach nur wie ein patriotisches Symbol und ein bisschen stumpf, meine persönliche kleine Sonne ist auf jeden Fall besser, auch, weil das Gesicht der Flaggen-Sonne wirklich unheimlich ist.

Als das Motiv stand, habe ich angefangen mit meinen Freundinnen und meinen Schwestern darüber zu reden, dadurch hat sich die Größe geändert, auf Empfehlung meiner Schwestern (sonst wäre es sehr viel kleiner) und die Position gefestigt, am Handgelenk, damit ich es sehe, um mich zu erinnern, es immer im Auge zu haben, und auf der rechten Seite, weil von dort das Blut zum Herzen fließt.

Danach habe ich mir nochmal Zeit gedacht darüber nachzudenken und mich schließlich endgültig dafür entschieden.

Um Empfehlungen für Tattoo-Studios habe ich meine Freundinnen gebeten, dabei war nicht nur wichtig, dass es hygienisch ist und der Tättowierer weiß, was er macht, sondern auch, dass man mich nicht nach einer Erlaubnis fragen würde. In Argentinien kann man sich mit egal welchem Alter (soweit ich weiß) tättowieren lassen, solange man in Begleitung seiner Eltern oder einem Beziehungsbeauftragten ist, oder man eine unterschriebene Erlaubnis dieser hat. Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass irgendwer meiner Eltern das machen würde, war das von Anfang an keine Option. Das wurde allerdings auch nicht zum Problem, weil die Schwester einer meiner Freundinnen sehr eng mit einem Tättowierer befreundet ist. Sie hat mir dann auch den Termin besorgt.

Mein erster Termin war Samstag 15 Uhr, das wurde dann verschoben auf Sonntag 16 Uhr, danach auf eine halbe Stunde später, dann auf eine weitere Stunde später also halb sechs, angekommen sind wir schließlich um sechs. Ich hatte die Nacht vorher bei einer Freundin übernachtet, die etwas außerhalb meiner Stadt wohnt, im Zentrum haben wir dann die anderen getroffen (wir waren zu siebt).

Als wir am Studio ankamen, war der Tättowierer schon dabei meine Sonne zu designen (ich hatte ihm ein Bild geschickt, aber natürlich nur eine Skizze), und nach ein paar Änderungen (er hat einfach alle Strahlen gerade gemacht, weil es nicht ‘aufgeht’ und die waren außerdem ziemlich lang, und dann hat er nur die geraden gekürzt), ging es los. Als erstes hat er meinen Arm eingeschäumt, die Stelle rasiert und dann, seine Skizze von dem Papier mit Wasser (?) auf meinen Arm gebracht. Dann hat er zuerst den Kreis und dann die Strahlen nachgezogen. Der erste Halbkreis war okay, dann hat es angefangen weh zu tun. Obwohl es nur 5-10 Minuten gedauert hat, war ich froh als es zu Ende war (Schmerz-Resistenz=-10).

Dann hat er Frischhalte-Folie drübergezogen und ich bin aufgestanden, um zu bezahlen. Doch das Ganze war ein Geschenk meiner Freundinnen, was mich das Tattoo noch mehr lieben lässt.

Das Tattoo ist heute genau vier Wochen alt und sehr gut abgeheilt. Ich habe es all meinen Eltern in der ersten Woche gesagt und die Reaktionen waren soviel entspannter als ich erwartet hatte. Ich bin sehr glücklich mit meinem Tattoo, und wenn ich es irgendwann nicht mehr bin, naja, ich bin erwachsen und kann die Folgen von meiner Handlung tragen. Allerdings wird alles, was ich hier erlebt habe, immer ein Teil von mir sein, den ich nicht einfach ausradieren kann, buchstäblich. Hoffentlich werde ich das auch niemals wollen.

Demnächst kommen auch wieder Beiträge, die euch wirklich interessieren 😉

Bis bald!

Eure Basi ❤

P.S. Hier noch die Bilder von meinem Tattoo jetzt, direkt nach dem Stechen und die Skizze; mit meinen Freundinnen und während des Tättowierens:

Status

Heute sind wir, also meine Familie und ich, nach Paraguay gefahren, was ungefähr vier Stunden von Resistencia entfernt liegt. Wir sind 4 Uhr morgens losgefahren, um dann circa 8 Uhr die Grenze zu überqueren, und mit den Einkäufen zu beginnen.

Erst haben wir die Reifen von dem Auto wechseln lassen, was eigentlich nicht erlaubt ist, und wofür meine Gasteltern bei der Rückfahrt auch noch nachbezahlen mussten. Dann sind wir Stoffe kaufen gegangen. Ari wird im Mai 15 Jahre halt und 15. Geburtstage von Mädchen werden in Lateinamerika größer gefeiert als Hochzeiten bei uns. Meine Gastoma wird nicht nur ihr Kleid, sondern auch das meiner Gastmama, meinen anderen beiden Schwestern und mir selber nähen, und um schöne und vorallem günstige Stoffe zu bekommen, sind wir nach Paraguay gefahren. Mein Kleid wird übrigens ein dunkles Lila, und auf dem Oberkörper werden gestickte Blumen genäht in den Farben Flieder, hellbraun und dem Ton des Kleides. Ari, die sich alle Teile von ihrem Trajmkleid von unterschiedlichen Modellen gesucht hat (Rücken, Oberkörper und Rock) und alles mit Stickereien wollte, hatte ein bisschen zu kämpfen, weil es erstens kaum Stoffe in ihrer Wunschfarbe gab und es zweitens nicht ganz so funktionieren wird, wie sie es sich vorstellt.

Danach haben wir noch einige Dekorationen für die Events meiner Gasteltern gekauft und sind anschließend zurückgefahren.

Als wir die Grenze überschritten haben, wurden wir, sowie alle, kontrolliert. Man darf nicht mehr als Sachen im Wert von 300$ pro Person mitbringen, und, wie gesagt keine Reifen. Meine Gasteltern mussten dann quasi die versäumte Steuer der Reifen in Argentinien nachzahlen.

31.03.19

31.03.19

Ich komme aus meiner Versenkung zurück, diesmal wirklich. Seit einer Woche gehe ich wieder zur Schule, nach ganzen vier Monaten Ferien, in denen ich ein paar Reisen unternommen habe, von denen ich euch definitiv berichten werden.
Mit dem ersten Frühlingstag in Deutschland, war auch der erste Herbsttag in Argentinien. Es ist jetzt schon wieder kälter, aber fühlt sich trotzdem noch alles wie Sommer für mich an.
Seit sieben Monaten bin ich hier, das  bedeutet mir fehlen nur drei, und es fühlt sich an, als würde mir die Zeit durch die Finger rennen. Ich kann nicht fassen, dass mein Austausch fast abeschlossen ist. Erst jetzt habe ich das sprachliche Niveau und das Selbstbewusstsein erreicht, um wirklich Teil meiner Freundesgruppe zu werden, also ein Mitglied, dass tatsächlich mitredet und nicht nur mehr oder weniger still mitläuft. Ich lebe außerdem wieder vegetarisch, was sowieso mein Plan für Deutschland war, aber jetzt sind zwei von meinen drei Gastschwestern Vegetarierinnen, also konte ich nicht widerstehen. Bisher läuft es gut, ich werde das ganze in Argentinien aber trotzdem nicht so eng sehen, gerade wenn ich bei anderen Leuten esse.
Ich bin immer noch sehr glücklich, aber momentan gefangen zwischen meiner Vorfreude auf Deutschland und meiner Trauer Argeninien so bald verlassen zu müssen. Die Zeit fliegt und über den Abschied von meiner Gastfamilie kann ich gar nicht nachdenken. Das bringt mich zum weinen.
Ich weiß für eine fast dreimonatige Pause war das wenig, aber mit Beginn der Schule und Tango (ich mach jetzt vier Tage die Woche Tango, zwei Tage den Kurs vom letzten Jahr und die anderen zwei Tage einen für Fortgeschrittene) habe ich endlich wieder einen gerelten Tagesablauf, und es werden regelmäßig Beiträge kommen.

 

torta frita

torta frita

Hier gebe ich euch mein nächstest Rezept, diesmal torta frita.
Torta frita 
isst man überall, ursprünglich wurde es aber in den ländlichen Gegenden zubereitet, wenn es schlechtes Wetter gab. Das ist auch heute noch so. Wenn es regnet, macht mein Gastpapa torta frita. Dazu ist es vielleicht interessant zu wissen, dass Argentinien bei Regen so gut wie still steht. Man geht nicht zur Schule, oder zum Sport. Die Argentinier verlassen meist nicht mal das Haus.

Torta frita ist ein fritierter Teigfladen, vergleichbar mit Kichler oder Langos, aber dünner und krosser.

ZUTATEN:
-400g Weizenmehl (wenn ihr mehr machen wollt, einfach alles verdoppeln)
-1 Ei
-3 Esslöffel Öl
-50 ml lauwarmes Wasser
-Prise Salz

ZUBEREITUNG:

  1. Zuerst alle Zutaten in einer Schüssel vermischen und dann gut verkneten.
  2. Pfanne mit Öl füllen (so dass, die Fladen später schwimmen können) und erhitzen.
  3. Nehmt eine handvoll Teig, knetet und formt einen dünnen Fladen, in den ihr mit einem Messer ein paar Schlitze ritzt.
  4. Wenn das Öl heiß genug ist (werft kleine Teigstücken rein und wenn das Öl schön drumrumsprudelt, ist es soweit), tut die Fladen ins Öl. Sobald eine Seite goldbraun ist, wenden und dann rausholen.Ich melde mich bald mit einem neuen Rezept.
    Bis bald!
    Eure Basilika ❤
Chipa

Chipa

Bei meiner Halbjahres-Orientation sollten wir Ziele aufstellen, für die Zeit, die wir noch haben, für uns persönlich oder in Bezug auf Argentinien. Eines meiner Ziele ist es zu lernen, wie man alle Gerichte macht (jede Woche eins), die ich hier kennengelernt habe, um sie mit nach Deutschland zu bringen. Die Dinge, die ich bisher gelernt habe, sind torta frita, chipa, chocotorta und negrinho, aber das ist brasilianisch. Diese Woche werde ich lernen, wie man churros macht.
Ich bin also dabei, Rezepte zu sammeln und zu lernen, und dachte mir, vielleicht habt ihr Lust, die eine oder andere Sache auch mal auszuprobieren, deswegen werde ich die Rezepte mit euch teilen.

Chipa ist ursprünglich aus Paraguay und wird daher auch in Paraguay und im Norden Argentiniens gegessen (mittlerweile hat es schon seinen Weg nach Buenos Aires geschafft, ist dort aber nicht typisch). Es sind kleine Teigbälle mit Käse, die man am besten warm ist und die man hier an jeder Ecke kaufen kann.

ZUTATEN:
das ist jetzt ein bisschen ungenau, weil es bei uns gar nicht funktioniert hat, aber das erkläre ich alles
-2 Tassen Mandiokmehl (solltet ihr keins finden, nutzt einfach normales Weizenmehl, das wird dann nicht ganz so, wie es sollte, aber ist trotzdem lecker)
-3 Eier
-1 Tasse Milch oder Wasser (oder eine Mischung aus beidem)
-1 Löffel Butter oder Öl
-250g Käse (in Würfeln oder gerieben, gerne mehr, weil mehr Käse macht das ganze auch noch leckerer)

ZUBEREITUNG:

  1. Das Mehl muss auf dem Tisch liegen, in einer Kronenform. Ungefähr so:
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  2. Dann gebt ihr die schon vermischten Eier in das Loch. Vorishct: bei uns gab das eine halbe Katastrophe. Ihr müsst aufpassen, dass die Eier in dem Loch bleiben, der Mehl-Damm darf nicht brechen. Ich weiß nicht, ob das einen Unterschied macht, wenn ihr das einfach in einer Schüssel macht.
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  3. Verknetet Eier und Mehl mit den Händen gründlich. Das kann einige zeit dauern.
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  4. Danach gebt nach und nach Wasser bzw. Milch hinzu. Der Teig muss so sein, dass er nicht klebt, Teigreste an euren Hände sollte es nicht geben. Falls er kleben sollte gebt Mehl hinzu, bis das nicht mehr so ist.
  5. Dann könnt ihr den Käse untermischen. Je mehr Käse, desto besser. Und die Form ist eure Entscheidung. Verknetet das Ganze weiterhin gründlich.
    20190110_202240.jpg
  6. Das Backblech muss eingefettet werdet und dann werden kleine Bällchen geformt, Schön klein und ordentlich Abstand zwischen den Bällchen auf dem Backblech, sonst kleben sie zusammen im Ofen.
  7. Wenn das Blech voll ist, schiebt ihr es in den Ofen bei 220°C Umluft, ungefähr 15 Minuten. Holt sie raus, wenn sie goldbraun sind.

    Ich hoffe ihr seht mit euren Chipa genauso glücklich aus wie wir.

    Für denn Fall, dass ihr das Rezept tatsächlich ausprobiert, schickt mir bitte Bilder von euch mit dem Resultat an meine Emailadresse: kirima@hotmail.de

Demnächst gitb es dann noch mehr Rezepte.
Bis bald!

Eure Basilika ❤