Feliz Navidad

Feliz Navidad

 

Weihnachten in Argentinien ist ganz und gar nicht wie in Deutschland. Es gibt keine richtige Vorweihnachtszeit mit Adevntskalendern oder -kränzen, Weihnachtsmärkten oder Plätzchenbacken. Auch die Dekorationen sind ein bisschen mager. Geschmückt wird am 6. oder 7. Dezember und alles was sich in meinem Haus verändert hat, waren ein kleiner Plastikweihnachtsbaum (wir leben im subtropischen Klima, es gibt keine Nadelbäume) und eine Lichterkette mit Weintrauben, davon konnte mir allerdings niemand die Bedeutung erklären.
Am 24. haben wir morgens das Haus geputzt, und dann den Tisch auf der Straße vor dem Haus gedeckt.
Angezogen haben wir uns schicke Kleider, die meisten rot, die im Fall von mir und meinen Schwestern von unserer Oma genäht wurden.
Zum Essen mit der Familie gab es Asado, also gegrilltes Fleisch, das Nationalgericht der Argentinier.
Meine Familie ist katholisch, deswegen haben wir die Geburt von Jesus gefeiert, und uns bei Gott bedankt (ich nicht, ich habe mich mittlerweile dran gewöhnt, respektvoll auf den Boden zu schauen, wenn andere Leute beten) für alles, was er uns gegeben hat. Nach dem Essen haben wir auf Mitternacht gewartet, weil erst der 25. Dezember Weihnachten ist, und dann angestoßen. Es gab auch Feuerwerk, allerdings wenig, weil es vorher einige Campagnen gab, dass man das unterlässt wegen der Hunde. Nachts kamen noch Freunde vorbei, um zu feiern.
Am 25. sind wir aufs Land gefahren mit der Familie. Es gab Reste vom Vortag und wir waren im Pool.
Mehr Weihnachten gab es dann auch nicht, und obwohl das argentinische Weihnachten im Vergleich zum deutschen Weihnachtensehr klein gehalten wird, hat es mir trotzdem sehr viel Spaß gemacht und ich hatte eine schöne Zeit.

Mi cumple

Mi cumple

Jetzt, mehr als zwei Wochen später, möchte ich auch mal gerne die Gelegenheit nutzen, um euch von meinem Geburtstag zu berichten.

Ich hatte keinen großen Hoffnungen an den Tag, um ehrlich zu sein. Ich hatte kurz vorher mein Handy verloren, das Paket, dass meine Kreditkarte enthielt, war seit über einem Monat in Buenos Aires beim Zoll. Ich wollte eine Feier machen, aber wollte niemanden nicht einladen, also hatte ich entschieden das Ganze einfach zu lassen. Und dann hatte ih am Dienstag zuvor noch Tango, aber weil niemand sonst gekommen ist, hatte ich alleine Unterricht, das hat meine Stimmung nicht unbedingt gehoben.

Dann kam mein Geburtstag. Ich war schon im Bett (erschöpft von der Tango-Katastrophe), als meine Familie reinkam und mir zum Geburtstag gratuliert hat. Es gab falsche-Blütenblätter-Konfetti und eins Tröte. Geschenkt haben sie mir einen Rucksack, der in einer anderen Provinz von Argentinien von den Ureinwohnern hergestellt wird, und eine kleine schwarz-weiße Katze, die wir Lola getauft haben (es gibt hier wohl eine ‘la vaca lola’, also ‘die Kuh Lola’ und erst wollten meine Schwestern, dass sie vaca, also Kuh heißt, aber wir haben uns dann für Lola entschieden). Definitiv zwei der coolsten Geburtstaggeschenke, die ich je bekommen habe.

Der Morgen fing damit an, dass ich ein weiteres unerwartetes Geschenk bekommen habe. Es war zwar ein bisschen schwierig, wir waren den ganzen Morgen damit beschäftigt das Paket abzuholen, weil der Prozess irgendwie ein bisschen kompliziert ist, und ich dachte auch es wäre das Paket meiner Eltern, dass wir noch beim Zoll vermutet hatten, aber ich hatte tatsächlich ein Paket meiner Freundinnen (🍀❤).

(Das Paket mit der Kreditkarte kam übrigens an dem Tag danach, ohne, dass wir irgendwas machen mussten, direkt zu uns nach Hause.)

Danach habe ich noch ein bisschen nach Hause telefoniert (;p) und dann musste ich zur Schule. In der Schule war ich glücklicherweise zu spät, so dass ich das Vortreten bei der Ansprache verpasst habe. (Vor dem Unterricht beten wir, also ich nicht, aber die Anderen, weil ich auf eine katholische Privatschule gehe, und dann fragt die Direktorin, wer Geburtstag hat, und dann muss man zu ihr hingehen und seinen Namen und sein Alter in das Mikro sagen). Das musste ich dann leider am nächsten Tag nachholen, was dadurch irgendwie noch peinlicher war. Danach hat meine Klasse für mich gesungen.

Erstmal ist nicht viel mehr passiert, bis ich nach dem dritten Block in der Pause unten war. Ich war mit drei meiner Freundinnen zusammen, und als wir uns zum Flagge herunterlassen aufgestellt haben, meinten sie wir stellen uns einfach unten mit hin, weil oben sowieso niemand rauskommt, um sich aufzustellen. Da dachte ich nur, dass es ein bisschen ungewöhnlich war aber nicht mehr. Im Nachhinein war das super merkwürdig. Danach sind wir zum Klassenraum zurückgekehrt, und als ich reingegangen bin, war meine ganze Klasse versammelt, meine beiden älteren Schwestern waren da, es gab zwei Kuchen, zwanzig Smartphones, die mich gefilmt haben und ein Plakat ‘FELIZ CUMPLE KIRI’.

Ich bin immer noch sehr berührt von der Geste, und sehr dankbar, dass sowohl meine Klasse, als auch meine Familie sich so gut um mich kümmern.

Abends hatte ich dann noch eine kleine Feier in unserem Innenhof mit meiner Familie (meine ursprüngliche Gastfamilie, meine Ersatzgastfamilie, meine Gastoma, der Nachbarin (Valentina)) und einigen meiner Klassenkameraden (die ich zum Glück nicht einladen musste. Nach dem Essen haben wir Verstecken mit Freitippen auf der Straße gespielt und ich habe den Chihuahua und die Katze rumgereicht.

Hier noch die Fotos:

Ich, glücklich, mit dem Kuchen, den meine Freundinnen für mich gemacht haben.

Der Kuchen meiner Schwestern.

Hier mit meinen Freunden in unserem Innenhof.

Selene, meine Geschenke und ich in meinem Bett kurz nach Mitternacht.

Mit allen meinen argentinischen Schwestern, meiner Katze und meinem Rucksack in meinem Bett.

Mit meiner allerkleinsten Schwester bei meiner Feier.

Meine ganze Familie auf meiner Feier.

Meine andere Familie (bei der ich während dem Urlaub meiner eigentlichen Familie gewohnt habe) auf meiner Feier.

Meine Schwestern und ich in meinem Klassenzimmer, das vormittags übrigens Iaras Klassenzimmer ist, nach der Überraschung.

So sah ich ungefähr 20 Minuten aus, vor lauter Überraschung und Freude.

Mit meiner Klasse in unserem Klassenzimmer.

Die Mädchen aus meiner Klasse und ich in unserem Klassenzimmer nach der Überraschung. (Ach ja, und Marco)

Gallery

Hier habe ich eine Reihe von besonderen Momenten, die ich bisher erlebt habe.

Dieses Bild ist von meinem Geburtstag letzte Woche, mit meiner Schwester Iara.

Mit meiner Schwester und Valentina, einer engen Freundin der Familie, mach meinem ersten Asado im zweiten Haus meiner Familie etwas außerhalb von Resistencia in Colonia Beñitez.

In meiner ersten Woche, mein erstes Wochenende. Iara hatte gerade ihr Volley-Ball Turnier gewonnen. Auf dem Bild sind meine Eltern, meine Schwestern Iara (rotes Trikot) und Selene (schwarzes Shirt), und meine Cousine Lourdes (blau).

Das war direkt nach dem Turnier, da sind wir zum Zirkus gefahren und auf der Rückfahrt waren wir ziemlich erschöpft.

Das war nach dem Zirkus, da habe ich zum ersten Mal so ein Riesen-Sandwich gegessen, von dem ich mir nie den Namen merken kann.

Mit meinen Freunden aus der Klasse vor unserer Fahrt nach Misiones.

Mit Ariadna, Selene und einem Freund von Ari nach einem Wettkampf für Rollschuhlaufen. Das war einer der ersten Tage, an dem ich vor Hitze gestorben bin. Das sieht man auch.

1+1

1+1

So Freunde, ich bin jetzt genau einen Monat und einen Tag in Resistencia, zusammen mit meiner zweiten, meiner argentinischen Familie. Eigentlich wollte ich dazu gestern einen längeren Post verfassen, aber ich hatte gestern tatsächlich keine freie Minute. In der freien Minute hätte ich sonst auch geschlafen aber das spielt ja keine Rolle.

Gestern musste ich nämlich schon um 8 aufstehen, weil in der Schule Sporttag war. Ich weiß nicht, ob ich das schon mal erwähnt habe, aber mein Unterricht ist nachmittags von halb zwei bis halb acht, deswegen kann ich sonst immer bis um 12 schlafen. Gestern aber nicht, und, weil Ari Freunde von sich mit nach Hause gebracht hat, ist auch meine Siesta ausgefallen. Das war sogar ziemlich lustig, wir haben stundenlang ‘Mensch ärgere dich nicht gespielt’. Den Sporttag fand ich dagegen nicht so lustig. Erstens war ich noch ziemlich verschlafen, und zweitens wurde Volleyball gespielt, was prinzipiell nicht so ganz mein Fall ist. Nachmittags nach dem ganzen ‘Mensch ärgere dich nicht’, bin ich mit Sele zu sehr engen Freunden von meiner Gastfamilie gefahren. Eine vierköpfige Familie mit einer Tochter und einem Sohn, der Vater ist der Patenonkel von einer meiner Schwestern und, deswegen sind das Onkel und Tante und Cousin und Cousine von uns. Letzte Woche, als sie zum Essen da waren, haben ich erzählt wie sehr ich Dulce de leche und Alfajores liebe. Daraufhin hat die Frau (Sonia) selber welche gemacht und mich eingeladen die zu essen. Da war wirklich süß. Generell sind hier ja alle Leute sehr lieb, aber es gibt halt Menschen, die sind lieb und andere sind superlieb. Die Familie ist superlieb. Im Februar fahren wir mit ihnen nach Brasilien, und da freue ich mich jetzt schon drauf. Nach den Alfajores (keine Sorge übrigens über argentinische Süßigkeiten wird es noch einen oder mehrere sehr ausführliche Posts geben) bin ich direkt weiter zu meiner zweiten Tangostunde. Da haben wir Technik trainiert, was ziemlich schwierig war. Die eine Frau hat mich irgendwann gefragt, ob ich Ballett tanze. Das sieht man scheinbar, obwohl ich ja eigentlich gar nicht richtig Ballett tanze. Danach habe ich zu Hause geduscht und danach Ari und ihre Freundin mit weggebracht zu einem 15. Geburtstag (sie war im ersten und ich im zweiten Teil). Wieder zu Hause hab ich dann meine Sachen gepackt und bin zu der Nachbarin (Valentina) rüber gegangen, um mich fertig zu machen. Die Party, die für mich um 12 anfing, konnte ich diesmal ganz einfach eintreten. Um sechs war ich wieder zu Hause. Dann habe ich endlich mal geschlafen, und das ist der Grund, warum ich gestern keine freie Minute hatte.

Heute habe ich keine Schule, dafür aber wieder eine Party und am Montag fahre ich auf Klassenfahrt zu den IGUAZÚ-WASSERFÄLLEN😍😍😍

Ich weiß also noch nicht, wann ich Zeit habe, meinen 1-Monatspost fertigzustellen, aber er wird kommen.

Wie sich herausgestellt hat, habe ich gestern Abend eine Party verpasst, weil ich geschlafen habe. Ich bin abends um 7 beim Fernsehen eingeschlafen, und Ari und Iara haben mich dann einfach schlafen lassen. Es wurde aber nach mir gefragt. Man hat mich also vermisst. ;D

Ist aber nicht so schlimm, ich hab sowohl am Donnerstag, als auch am Freitag eine Party. Und seit heute auch endlich eigene Schuhe 😍😍

Samstag Abend war ich wieder auf einem 15. Geburtstag. Was ich ziemlich cool finde, ist, dass vorher immer ein Haufen Freundinnen von Ari, Iara oder beiden vorbeikommen und sich dann alle zusammen fertig machen.

Bei jedem 15. Geburtstag ist es, wie ich ja schon erwähnt habe, sehr schwierig ohne Namen reinzukommen, und obwohl ich sogar so ein Band hatte, wollten die nur Iara (Ari war schon drin, weil sie auch an dem ersten Teil teilgenommen hatte) durchlassen. Ich, aber auch noch einige Andere, die tatsächlich eingeladen waren, konnten nicht durch. Ich habe glaube ich ein oder zwei Stunden vor diesem Tor gewartet, während alle möglichen Leute versucht haben auf alle möglichen Leute einzureden, die irgendeine Chance hatten, diesen Türsteher zu überreden mich und die Anderen reinzulassen. ich hab zwischendurch schon angeboten, wieder nach Hause zu fahren, weil mich persönlich das gar nicht so sehr gestört hätte, aber dazu haben Ari und Iara nur vehement “No, Kirima, NO!” gesagt, deswegen habe ich mich dann einfach mit meinem Schicksal abgefunden.
Die meisten Leute wissen, wer ich bin. Auch Leute, die ich noch nie gesehen habe, kennen meinen Namen und wissen, wie ich aussehe. Dass ich noch draußen stand, und nicht reingekommen bin, hat ziemlich schnell die Runde gemacht. Irgendwelche Leute kamen so zu dem Tor “Hola, Kirima” und ich so: “Hola”, obwohl ich keine Ahnung hatte, wer das ist. Bei manchen wusste ich es auch. Ab einem gewissen Punkt ist Iara reingegangen, um das besser regeln zu können und ich war dann alleine mit den Anderen, die draußen standen, was aber kein Problem war, weil die meisten davon auf meine Schule und sogar in meine Klassenstufe gehen und ich die tatsächlich, auch mit Namen, kannte. Dann ist Iaras Freund, Tomas, wie aus dem Nichts aufgetaucht, und den kenne ich natürlich ziemlich gut.
Die Mutter des Mädchens, das Geburtstag hatte, hat sich dann darum gekümmert, dass die Deutsche reingelassen wird, und als ich drinnen war, kamen richtig viele Leute zu mir, haben mich umarmt und sich so gefreut, dass ich endlich drinnen war.
Ansonsten war es noch ein ganz schöner Abend, obwohl es manchmal ein bisschen schwierig ist, wenn beide Schwestern einen Freund haben. Da war ich teilweise ein bisschen verunsichert, wohin ich gehen soll, aber ich habe immer jemanden gefunden, der mir interessierte Fragen gestellt, mir Dinge über Argentinien erzählt, oder mir sogar empfohlen hat nach Argentinien zu ziehen, sobald ich erwachsen bin.

Ich glaube wir waren irgendwann zwischen 5 und 6 Uhr morgens wieder zu Hause. Leider mussten wir dann halb neun wieder aufstehen, weil wir mit der ganzen Familie nach Corrientes gefahren sind. Dazu gibt es noch einen Beitrag, sobald ich Zeit habe.

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Das Band, dass eigentlich nur geladene Gäste haben, aber manchmal trotzdem nicht ausreicht.