Mi primer tatuaje

Mi primer tatuaje

Heute einfach mal mit der Tür ins Haus:

Am 7. April habe ich mir ein Tattoo stechen lassen, begleitet von meinen Freundinnen und ohne das Wissen meiner Eltern (Sorry, nochmal). Weil sowohl Prozess, als auch Motiv, Teil meines Austauschs sind, hier der vollständige Bericht:

Die Idee, mir ein Tattoo stechen zu lassen, gewidmet an meine Zeit in Argentinien und meinen Austausch, hatte ich schon länger, ungefähr einen Monat bevor ich es mir habe stechen lassen, habe ich dann angefangen über das Motiv nachzudenken. Das endültige Motiv ist eine Sonne, für die Flagge von Argentinien, weil mein Austausch die sonnigste Zeit meines Lebens war und weil die Wärme und das Licht der Sonne der Mentalität der Argentinier ähneln, mit elf Strahlen, für elf Monate in Argentinien und sechs gewellten und fünf geraden Strahlen, so dass es sozusagen einen ‘Fehler’ gibt, weil weder mein Austausch, noch Argentinien oder ich ohne Fehler sind. Ich hatte auch über die Sonne von der Flagge nachgedacht, aber das erschien mir einfach nur wie ein patriotisches Symbol und ein bisschen stumpf, meine persönliche kleine Sonne ist auf jeden Fall besser, auch, weil das Gesicht der Flaggen-Sonne wirklich unheimlich ist.

Als das Motiv stand, habe ich angefangen mit meinen Freundinnen und meinen Schwestern darüber zu reden, dadurch hat sich die Größe geändert, auf Empfehlung meiner Schwestern (sonst wäre es sehr viel kleiner) und die Position gefestigt, am Handgelenk, damit ich es sehe, um mich zu erinnern, es immer im Auge zu haben, und auf der rechten Seite, weil von dort das Blut zum Herzen fließt.

Danach habe ich mir nochmal Zeit gedacht darüber nachzudenken und mich schließlich endgültig dafür entschieden.

Um Empfehlungen für Tattoo-Studios habe ich meine Freundinnen gebeten, dabei war nicht nur wichtig, dass es hygienisch ist und der Tättowierer weiß, was er macht, sondern auch, dass man mich nicht nach einer Erlaubnis fragen würde. In Argentinien kann man sich mit egal welchem Alter (soweit ich weiß) tättowieren lassen, solange man in Begleitung seiner Eltern oder einem Beziehungsbeauftragten ist, oder man eine unterschriebene Erlaubnis dieser hat. Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass irgendwer meiner Eltern das machen würde, war das von Anfang an keine Option. Das wurde allerdings auch nicht zum Problem, weil die Schwester einer meiner Freundinnen sehr eng mit einem Tättowierer befreundet ist. Sie hat mir dann auch den Termin besorgt.

Mein erster Termin war Samstag 15 Uhr, das wurde dann verschoben auf Sonntag 16 Uhr, danach auf eine halbe Stunde später, dann auf eine weitere Stunde später also halb sechs, angekommen sind wir schließlich um sechs. Ich hatte die Nacht vorher bei einer Freundin übernachtet, die etwas außerhalb meiner Stadt wohnt, im Zentrum haben wir dann die anderen getroffen (wir waren zu siebt).

Als wir am Studio ankamen, war der Tättowierer schon dabei meine Sonne zu designen (ich hatte ihm ein Bild geschickt, aber natürlich nur eine Skizze), und nach ein paar Änderungen (er hat einfach alle Strahlen gerade gemacht, weil es nicht ‘aufgeht’ und die waren außerdem ziemlich lang, und dann hat er nur die geraden gekürzt), ging es los. Als erstes hat er meinen Arm eingeschäumt, die Stelle rasiert und dann, seine Skizze von dem Papier mit Wasser (?) auf meinen Arm gebracht. Dann hat er zuerst den Kreis und dann die Strahlen nachgezogen. Der erste Halbkreis war okay, dann hat es angefangen weh zu tun. Obwohl es nur 5-10 Minuten gedauert hat, war ich froh als es zu Ende war (Schmerz-Resistenz=-10).

Dann hat er Frischhalte-Folie drübergezogen und ich bin aufgestanden, um zu bezahlen. Doch das Ganze war ein Geschenk meiner Freundinnen, was mich das Tattoo noch mehr lieben lässt.

Das Tattoo ist heute genau vier Wochen alt und sehr gut abgeheilt. Ich habe es all meinen Eltern in der ersten Woche gesagt und die Reaktionen waren soviel entspannter als ich erwartet hatte. Ich bin sehr glücklich mit meinem Tattoo, und wenn ich es irgendwann nicht mehr bin, naja, ich bin erwachsen und kann die Folgen von meiner Handlung tragen. Allerdings wird alles, was ich hier erlebt habe, immer ein Teil von mir sein, den ich nicht einfach ausradieren kann, buchstäblich. Hoffentlich werde ich das auch niemals wollen.

Demnächst kommen auch wieder Beiträge, die euch wirklich interessieren 😉

Bis bald!

Eure Basi ❤

P.S. Hier noch die Bilder von meinem Tattoo jetzt, direkt nach dem Stechen und die Skizze; mit meinen Freundinnen und während des Tättowierens:

Link

https://youtu.be/3MqE2NIqUMc

Wie ihr vielleicht wisst, ist dieses Wochenende das Treffen der G20 in Buenos Aires.

Dazu gab es im Teatro Colón, dem bekanntesten Theater con Argentinien, eine Inszenierung, um Kultur und Regionen von Argentinien vorzustellen.

Das Video davon haben mir meine Gasteltern gerade gezeigt, als meine Schwestern und ich aus der Stadt zurückgekommen sind. Und es gefällt mir sehr gut.

Meine Region von Argentinien ist Acto 3 Litoral, das kommt direkt nach den Tango-Tänzern (die Frau in dem blauen Kleid heißt übrigens Mora Godoy und ist die beste Tangotänzerin Argentiniens).

Und Angela Merkel sitzt direkt neben dem argentinischen Präsidenten Mauricio Macri, deswegen wird sie so oft eingeblendet.

Genießt das Video, ich bin sehr verliebt.

Status

Ich habe jetzt offiziell Ferien, und das bis März. Heute war der letzte Schultag, aber da mussten wir nur für die Auszeichnungen hin, und es waren auch nicht besonders viele da.

Ich bin mit den Mädchen aus meiner Klasse hingegangen, weil wir letzte Nacht in dem Haus einer Freundin “geschlafen” haben. Also das war natürlich mehr reden und weniger schlafen.

Und Gespräche mit so vielen Mädchen auf einem Haufen sind zwar immer ein bisschen schwierig, hier aber nochmal etwas ganz Anderes. Teilweise reden einfach alle so laut sie können, um die Anderen zu übertönen, was dann halt sehr laut ist. Vor allem weil hier alle sehr viel zu sagen haben, und eigentlich niemand jemals zu Ende sprechen kann.

Heute Abend habe ich den Schulabschlussball meiner Cousine, also die, die auch mal meine Schwester war. Ich bin sehr gespannt, wie das abläuft.

Gallery

Hier habe ich eine Reihe von besonderen Momenten, die ich bisher erlebt habe.

Dieses Bild ist von meinem Geburtstag letzte Woche, mit meiner Schwester Iara.

Mit meiner Schwester und Valentina, einer engen Freundin der Familie, mach meinem ersten Asado im zweiten Haus meiner Familie etwas außerhalb von Resistencia in Colonia Beñitez.

In meiner ersten Woche, mein erstes Wochenende. Iara hatte gerade ihr Volley-Ball Turnier gewonnen. Auf dem Bild sind meine Eltern, meine Schwestern Iara (rotes Trikot) und Selene (schwarzes Shirt), und meine Cousine Lourdes (blau).

Das war direkt nach dem Turnier, da sind wir zum Zirkus gefahren und auf der Rückfahrt waren wir ziemlich erschöpft.

Das war nach dem Zirkus, da habe ich zum ersten Mal so ein Riesen-Sandwich gegessen, von dem ich mir nie den Namen merken kann.

Mit meinen Freunden aus der Klasse vor unserer Fahrt nach Misiones.

Mit Ariadna, Selene und einem Freund von Ari nach einem Wettkampf für Rollschuhlaufen. Das war einer der ersten Tage, an dem ich vor Hitze gestorben bin. Das sieht man auch.

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Ich hab gerade Religionsunterricht in der Schule. Eine Gruppe von Jungs sollte heute einen Vortrag halten. Sie fangen also an den Beamer und alles aufzubauen, stellen sich auf. Die erste Folie: weiß und in schwarzen Buchstaben steht drauf: “Tut uns leid, wir konnten es leider nicht machen”. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie geschockt ich war. Die Lehrerin glaube ich auch, aber bevor sie etwas sagen konnte, die nächste Folie “Ahhh du hast es geglaubt” und dann haben sie mit der Präsentation angefangen.

Die Geschichte ist diesmal so frisch, dass der Vortrag noch läuft, während ihr schon diesen Beitrag lesen könnt.

Einer der Gründe, warum ich Argentinien so liebe, und hier so glücklich bin, ist definitiv, dass jede Familie hier mindestens einen, wahrscheinlicher aber zwei, drei oder sogar nochmehr Hunde hat. Bisher habe ich glaube ich noch keine Familie ohne Hund getroffen. Und die sind alle so süß. Ich kann nie wieder ohne Hund leben.

Status

Weil ihr meine Geschichte aus der Schule immer so cool findet, ist hier eine von letzter Woche.

Wir hatten Religion und die Lehrerin hat Fragen über unsere Reise gestellt. Ein Mädchen aus meiner Klasse hat irgendwann angefangen zu sagen, dass es sie stört, wenn Leute von oben herab sind. Sie wollte aber erst keine Namen nennen.

Es gibt einen Jungen in meinem Kurs, der im Unterricht immer Musik über seine Kopfhörer hört. Meistens schläft er auch. An dem Tag hat er geschlafen. Irgendwie haben wir ihn geweckt, und sobald er wach war, wurde er von dem Mädchen und ihren beiden Freundinnen (alle vier sind eigentlich sehr eng befreundet) angeschrien. An irgendeinem Punkt hat das erste Mädchen geweint. Wir haben die ganze Unterrichtsstunde mit diesem Streit zugebracht. Der Junge hat immer wieder versucht etwas zu sagen, kam aber nicht zu Wort. Irgendwann hat die Lehrerin darüber geredet, dass der Junge psychische Probleme hat, und aus einer inneren Unsicherheit heraus so arrogant handelt.