Wir haben gerade einen Einstufungstest für Spanisch gemacht. Also nichts offizielles, das würde von einem der Betreuer kontrolliert und war nur, damit wir wissen, wo wir so ungefähr stehen.

Mein Level liegt ungefähr zwischen B1 und B2. 🎉🎉

Und ich habe noch mehr als 6 Monate Zeit 😀

Ich habe diese Wochenende meine Mittel-Jahres-Orientation in einer anderen Provinz von Argentinien. Hier sind alle Austauschschüler, die keine wichtigen Pläne hatten für dieses Wochenende, aus den Provinzen Formosa, Chaco, Corrientes und Santa Fe versammelt. Wir sind insgesamt 13 Austauschschüler und ca. 6 Freiwillige von YFU. (Übrigens weiß ich nicht warum, aber die Freiwilligen von YFU sind immer so lustig; ich bin heute schon 3 Mal gestorben vor Lachen.) Ich weiß noch nicht ganz genau, was wir machen, aber ich gehe davon aus, dass wir darüber sprechen, wie wir uns bisher angepasst haben und so was. Ich bin sehr gespannt. Treffen mit YFU bedeuten immer viel Spaß, aber auch, dass man viel lernt.

Wir sind also in Santa Fe, ich bin hier mit zwei anderen Mädchen, die beide in Formosa sind, von meiner Stadt aus hergefahren. Formosa liegt nördlicher als Chaco, und Santa Fe liegt südlicher als Chaco, also sind sie bis zu mir gekommen und dann sind wir zusammen weitergefahren. Ich war ungefähr 5 Stunden unterwegs.

Ich hatte vorher ziemlich viel Angst, dass ich viel schlechter Spanisch spreche, als die Anderen, aber in Wirklichkeit spreche ich besser als der Durchschnitt. Da bin ich schon Mal ein bisschen erleichtert. Aber auch ein bisschen schockiert, wenn ich das Spanisch von manchen höre, es ist, als würde die sich keine Mühe geben, auch nur die einfachsten Grammatikregeln zu beachten. Und sie sind trotzdem schon 4 Monate hier.

In meinem Zimmer ist wieder die Französin aus Paris, die auch in Buenos Aires mit mir im Zimmer war. Wie sich herausgestellt hat, lebt sie quasi in der Nachbarstadt. Dort fahren wir sogar manchmal hin, um spazieren zu gehen.

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wie ich starb

Ich bin übrigens tot.

Gestorben beim Gruppenfoto, zwei Stunden vor meiner Abfahrt.

Getötet von Yannis aus Deutschland, der seit 7 Jahren in Buenos Aires lebt und bei dem ganzen Post-Arrival-Orientation-Ding (nach der Ankunft-Orientierung) quasi die Hosen anhat.

Getötet mit einer argentinischen Flagge. Ich steh plötzlich neben ihm, er hält mir die Flagge hin, ‘willst du die argentinische Flagge halten?’, ich nehm sie, ‘du bist gerade gestorben’.

Die Flagge musste ich dann zurückgeben.

Eiskalt.

Das Spiel ist echt knallhart.

Übrigens war das ganze noch gar nicht vorbei. Kurz vor meiner Abfahrt, als ich noch in meinem Zimmer war, um meine Sachen zu packen, kam er rein. ‘Bist du fertig?’, ‘ja’, ‘und tot bist du auch’.

Und später am Bus. Verabschiedung, Kuss auf die Wange (argentinische Begrüßung/Verabschiedung), ‘ich wünsche dir ein schönes Jahr. Und sorry, dass ich dich getötet habe’.

Soviel also zu meinem, eindeutig verdienten und ehrenvollen (immerhin durch die Flagge Argentiniens und jemanden, der mir meinen Aufenthalt hier, und den von allen anderen, erst ermöglicht hat), Tod.

Jajaja, Basilika das Schlitzohr.

Heute beim Mittagessen haben wir angefangen ein Spiel zu spielen. Also alle von YFU zusammen. Die Teamer haben das so erklärt:

Jeder zieht einen Namen. Die Person die man gezogen hat, muss man dann ‘töten’. Man ‘tötet’ eine Person, indem man ihr etwas in die Hand gibt. Wenn man die Person getötet hat, bekommt man ihren Zettel.

Soweit, so gut. Schräg gegenüber von mir am Tisch: Dominik, Deutscher aus Mecklenburg-Vorpommern , die ganze Zeit, ‘ja ich nehm jetzt einfach gar nichts mehr, von niemandem.’

20 Sekunden später, kommt die Teamerin mit dem Beutel voller Namen.

Wen zieht Basilika?

Ohja Dominik natürlich.

Ich wusste natürlich, da muss ein Masterplan her. Mir ist allerdings nichts eingefallen, bis wir unser Rollenspiel, mit dem wir Deutschland vorstellen wollten, geprobt haben. Dominik sitzt auf einem Stuhl. Ich hatte meinen Hefter, der im Wesentlichen eine Mappe mit einigen Unterlagen ist, die man uns gegeben hat. Ich halte ihm die Mappe hin, ‘Nimm das mal’, er nimmt sie.

So hat Basilika also jemanden besiegt, der 4 Stunden vorher noch dachte, das Spiel wäre einfach.

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Das hier ist eine spezielle Nachricht für Lisbi, warum werden alle gleich verstehen.

Gestern beim Mittagessen saß ich gegenüber von einem der Betreuer. Sein Name ist Facundo oder etwas, sein Spitzname jedenfalls ist Facu (und dabei ist es sehr wichtig, dass man das richtig ausspricht, das hat er extra gesagt) und er ist Argentinier. Wir haben uns unterhalten, und dann hat er irgendwann mich und den deutschen Jungen neben mir gefragt, ob wir Fußball mögen. Der Junge war schon so naja und ich natürlich auch. Ihr kennt mich ja. Und dann hat er uns erzählt, dass es einen deutschen Spieler gibt, den er richtig gut findet.

Tja Lisbi, es war dein lieber Joshua Kimmich. Und da ich ihm von dir erzählt habe, habe ich dir jetzt auch von ihm erzählt.

Facu, das ist Lisbi. Lisbi, das ist Facu.